Wenn die Straßenbahn direkt vor der Nase wegfährt oder die volle Kaffeetasse vom Tisch fällt, stellt das nun wirklich kein schwerwiegendes Problem dar. Aber ganz ehrlich, wer hat sich nicht schon über Kleinigkeiten geärgert? Es ist ziemlich menschlich, wenn die Nicht-Erfüllung einer Erwartung bzw. eines Bedürfnisses in Gefühlen von Ärger resultiert.

Entscheidend ist dabei jedoch: Wie sehr gebe ich mich dem Ärger aufgrund des (vermeintlichen) Problems hin? Welche Bewertung messe ich einer Situation bei, die nicht so verläuft, wie ich sie erwartet hatte?

Das Problem ist nicht das Problem.
Das Problem ist deine Einstellung zum Problem.
– Captain Jack Sparrow in “Fluch der Karibik”

In diesem Blog Post findest du drei Ansätze, die ich persönlich als hilfreich empfinde, um mit Ärger über kleine und große Probleme des Alltags besser umgehen zu können. Hast du Anmerkungen, Fragen oder weitere Ansätze? Ich freue mich über deine Anregungen.

Ansatz #1: Ist es tatsächlich so gravierend?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es hilfreich sein kann, gedanklich ein paar Schritte zurückzutreten und das Problem in einem größeren Zusammenhang zu betrachten.

Ask yourself this question: Will this matter a year from now?
– Richard Carlson

Ganz ehrlich, nur ganz selten ist die Antwort eine andere als “Nein”. Wieso also Energie für den Ärger vergeuden? Ist es das wirklich wert?

Ansatz #2: Kann ich daran überhaupt etwas ändern?

Meistens kannst du tatsächlich viel mehr steuern und beeinflussen, als du im ersten Moment glaubst. Aber eben nicht alles. Es gibt Dinge, die außerhalb deines Wirkungsbereichs liegen und die du nicht zu ändern vermögen wirst – ganz egal, wie sehr du dich ärgerst oder bemühst. Willst du wirklich deine Energie im Kampf gegen Windmühlen vergeuden?

Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mach kein Problem daraus.
– Buddha

Verändere, was in deiner Macht steht, und versuche, dich mit dem Rest möglichst gut zu arrangieren.

Bedenke außerdem: Nicht jeder Kampf lohnt sich, selbst wenn er aussichtsreich erscheinen mag. Wäge ab, was dir wirklich wichtig ist und ob in manchen Fällen eine Haltung gelassener Akzeptanz nicht mehr wert ist.

Ansatz #3: Was steckt wirklich dahinter?

Kennst du den Begriff “hangry”? Er beschreibt die Mischung aus “angry” und “hungry”. Ich persönlich kenne diesen Zustand leider nur zu gut…

I’m sorry for what I said when I was hungry.
– Ein bekannter Postkartenspruch

Sind Grundbedürfnisse wie Nahrungsaufnahme, Schlaf oder Schmerzfreiheit nicht erfüllt, kann selbst eine Nichtigkeit leicht zur emotionalen Explosion führen. Das eigentliche Problem wird dann nur verschleiert.

Auch hier kann der Schritt zurück helfen: Ärgert mich das gerade wirklich? Oder steckt eigentlich etwas anderes dahinter? Manchmal ist diese Frage, schnell und einfach beantwortet. Manchmal erfordert es tieferes Nachforschen, welches Bedürfnis gerade nicht ausreichend erfüllt ist.

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Frau Lyoner