Drei Wochen Urlaub liegen hinter mir, wovon wir zwei Wochen an der Nordseeküste in einem sehr beschaulichen Ort in Nordholland verbracht haben. Wie schon im letzten Jahr habe ich auch den diesjährigen Urlaub wieder für eine kleine Offline-Auszeit genutzt – und es war einfach fabelhaft!

Wenn das Smartphone Urlaub macht

Dieses Mal habe ich es noch konsequenter durchgezogen. Mein Handy befand sich komplette zwei Wochen im Flugmodus. Beim letzten Mal bin ich zumindest alle paar Tage kurz online gegangen, um E-Mails und Kurznachrichten zu checken. Darauf habe ich dieses Jahr rigoros verzichtet. Das Handy hatte ich nur in der Hand, um das ein oder andere Photo zu schießen, Notizen für Blog Post Ideen niederzuschreiben oder um die Uhrzeit abzufragen. Dadurch musste ich es in zwei Wochen tatsächlich auch nur zwei Mal ans Ladegerät hängen. Überraschend, wie lange diese Dinger durchhalten können, wenn sie nicht permanent funken.

Fazit

Die Auszeit hat mir erneut gezeigt, wie entspannt der Alltag ohne selbst auferlegten aufmerksamkeitsheischenden Zeitfresser sein kann. Ich habe in diesen zwei Wochen deutlich häufiger gelesen und – auch wenn das jetzt voll klischeehaft klingt – einfach mehr im Moment gelebt.

Kein abgelenktes “Oh eine neue Nachricht”, während ich bloß auf die Uhr schauen wollte. Kein selbst belügendes “Nur mal kurz bei Twitter vorbeischauen” und schon ist wieder eine halbe Stunde verpufft.

Don't scroll your life away

Interessant fand ich, wie anders mein Gefühlsleben in diesem Jahr war. Im letzten Urlaub durchlief ich die übliche von Nervosität geprägte FOMO-Phase. Dieses Jahr hatte meine Nervosität einen anderen Ursprung. Das Offline-Sein war extrem entspannend, doch je näher das Urlaubsende rückte, desto nervöser wurde ich bei dem Gedanken an die bevorstehende Nachrichtenflut. Als ich das Handy dann auf der Heimfahrt wieder aus dem Flugmodus holte, war ich völlig überfordert von all den Benachrichtigungen, die auf mich einprasselten, und heilfroh, als ich alles abgearbeitet hatte – die Wortwahl ist beabsichtigt, denn es fühlte sich tatsächlich nach Arbeit an.

Und nun?

Ob ich mein Handy im Alltag, v.a. wenn morgen wieder das Arbeitsleben beginnt, ähnlich rabiat ignorieren kann wie im Urlaub? Vermutlich eher nicht. Aber ich werde mich an das befreiende Offline-Gefühl zurückerinnern und die Auszeit sicherlich an manch einem Wochenende oder ab einer gewissen Uhrzeit wiederholen.

Ohnehin gehöre ich zu der Sorte Mensch, die das Handy grundsätzlich auf lautlos haben und eben nicht rund um die Uhr erreichbar sind. Die dauerhafte Habachtstellung hält sich bei mir also in Grenzen und dennoch merke ich immer stärker, wie sehr mein Handy bzw. dessen Benachrichtigungen mich innerlich stressen.

Da geht doch noch mehr…?!

Seit dem Urlaub denke ich auch über einen Smartphone-freien Monat nach, d.h. das Handy einen Monat lang ausgeschaltet in einer Schublade verstauen. Das wäre dann die nächste Stufe. Mal schauen, ob ich dieses Experiment irgendwann durchziehen werde. Früher war es völlig normal, ohne Handy durch’s Leben zu gehen und heute treibt es mir fast ein bisschen die Schweißperlen auf die Stirn. Ganz schön verrückt eigentlich.

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Frau Lyoner