Den Begriff Zero Waste traue ich mich ja gar nicht erst in den Mund zu nehmen. Denn in unseren Mülleimern findet sich immer noch Müll zu Genüge. Perfektion in dem Bereich halte ich (bei uns) nach wie vor für utopisch. Doch ich freue mich über jede kleine Verbesserung.

Veränderte Einkaufsroutine

Auf jeden Fall hat sich der Prozess Less Waste spürbar auf unsere Einkaufsroutine ausgewirkt:

  • Milch und Joghurt aus dem Pfandglas
  • Obst und Gemüse verpackungsfrei in eigenen Stoffnetzen und mittlerweile auch öfters vom Wochenmarkt
  • Nudeln, Müsli und andere trockene Vorräte aus dem Unverpackt Laden

Und wie ist das so im Urlaub?

Wie schon im letzten Blog Post erwähnt, haben wir unseren diesjährigen Sommerurlaub erneut an der Nordseeküste verbracht. Zwei Wochen wieder in derselben Ferienwohnung im sehr beschaulichen Petten in Nordholland.

Less waste im Urlaub. Wie gut geht das?

Dass sich die alltägliche Einkaufsroutine nicht eins zu eins im Urlaub übertragen lassen würde, hatte ich geahnt. Nicht jedoch, wie schlimm das Plastikausmaß tatsächlich sein würde. Unsere Erlebnisse in Sachen Einkauf habe ich in einer Art Logbuch festgehalten.

Samstag, 10. August 2019

Gegen 18:40 Uhr flitzen wir in das kleine Lädchen gegenüber. Ein Spar Markt. Gerade erst angekommen, haben wir nicht viel Zeit bis zur Ladenschließung und wollen uns schnell noch mit ein paar Lebensmitteln versorgen. Ich bin ziemlich überfordert von all den Plastikverpackungen. Weit und breit nur Tetrapaks, Plastikflaschen und andere Kunststoffverpackungen – bis auf wenige Ausnahmen gilt das auch für Obst und Gemüse. Die Auswahl an plastikfreien Alternativen, die ich von zuhause gewohnt bin, ist hier kaum zu finden.

Meine Highlights: Ein unverpackter Apfel und Reis im Pappkarton.

Sonntag, 11. August 2019

Ziemlich irre, dass die Läden in der Umgebung auch sonntags offen haben. Wir verlegen den für Montag geplanten Großeinkauf vor und besuchen den Albert Heyn in Callantsoog.

Ich habe Hoffnung, in einem größeren Laden könnte die Auswahl etwas anders aussehen. Doch auch hier bietet sich ein ähnliches Bild. Plastik soweit das Auge reicht. Glas scheint eine seltene Verpackungsform zu sein. Milchprodukte und Getränke gibt es nur in Plastik oder Tetrapak, Bier stellt die einzige Ausnahme dar. Obst und Gemüse gibt es ebenfalls fast ausschließlich in Plastik verpackt.

Meine Highlights: Wassermelone, Tomaten, Gurken und Zwiebeln gibt’s unverpackt. Nudeln im Pappkarton. Die Dame an der Kasse interessiert sich für unsere Stoffnetze.

Montag, 12. August 2019

Das Leitungswasser schmeckt wirklich anders als zuhause. Gewöhnungsbedürftig. Ich ziehe es trotzdem weiterhin durch, kein Wasser in Plastikflaschen zu kaufen. Allmählich gewöhne ich mich an den Geschmack und ansonsten trinke ich es hauptsächlich als Tee.

Donnerstag, 15. August 2019

Der Kühlschrank leert sich. Ein erneuter Einkauf im Spar Markt steht an. Heute entdecke ich das absolute Absurdum: einzeln eingeschweißte Paprika. Unfassbar.

Einzeln verpackte Paprika. Ein Symbolbild.

Meine Highlights: wiederverwendbare Eierkartons zum selbst Befüllen

Freitag, 16. August 2019

Ich denke über die Tatsache nach, dass hier nicht nur Milch, sondern auch Joghurt, Pudding und Co. im Tetrapak verkauft wird. Vielleicht ist diese Einheitlichkeit aus Recycling-Gesichtspunkten gar nicht so schlecht? Jedenfalls im Vergleich zu den bei uns typischen Joghurtbechern aus Plastik.

Samstag, 17. August 2019

Für’s Frühstück kaufen wir Brötchen im mitgebrachten Baumwollbeutel und Eier im wiederverwendeten Eierkarton - ein echtes verpackungsfreies Highlight, yay!

Dienstag, 20. August 2019

Nach über einer Woche entdecke ich im Spar Markt doch tatsächlich naturtrüben Apfel- und Birnensaft in der Glasflasche.

Samstag, 24. August 2019

Ein letzter Einkauf, bevor die Heimfahrt ansteht. Wir hatten eine tolle Zeit, aber die Einkaufsroutine werde ich wahrlich nicht vermissen.

Wir haben deutlichst größere Mengen an Müll produziert als zuhause. Noch dazu gab es nicht einmal die Möglichkeit zur Mülltrennung. Lediglich zwei große Restmüllcontainer für die Ferienwohnungsanlage. Bei den normalen Wohnhäusern sah man allerdings durchaus mehrere Sorten von Mülltonnen. Es scheint also nicht unbedingt üblich zu sein, alles in eine Tonne zu kippen. Beruhigend.

Fun Fact: Wall of Shame

Lustigerweise gibt es ausgerechnet in Petten eine sogenannte Wall of Shame. Hier wird als Kunstprojekt am Strand zurückgelassener oder aus dem Meer angeschwemmter Müll präsentiert. Das in Verbindung mit den einzeln eingeschweißten Paprika lässt bei mir irgendwie einen Hauch von Ironiegefühlen zurück.

Wall of Shame in Petten

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Frau Lyoner