Grundsätzlich mag ich Menschen eigentlich ganz gerne, aber beim Einkaufen ziehe ich es vor, möglichst jede zwischenmenschliche Interaktion zu vermeiden. Frag mich nicht warum. Das ist eben so eine Marotte von mir. Leider nicht einmal meine schlimmste. Hab ich z.B. schon mal erwähnt, wie sehr ich Telefonieren verabscheue?

Ich bin Schrödingers Misanthrop. Ich mag Menschen und ich mag keine Menschen.

Einfach mal den Mund aufmachen

Anhand dieser Beschreibung kann man sich vielleicht vorstellen, wie schwer ich mir tue, nicht in Scheuklappen-Manier einkaufen zu gehen und dann auch noch Kommunikation zu betreiben in Form von Sätzen wie diesen:

  • Danke, ich brauche keine Tüte, ich habe eine Tasche dabei.
  • Können Sie mir das in meine Tupperschüssel füllen?
  • Sie brauchen das nicht einpacken, ich nehme das direkt auf die Hand.

Solche Sätze gehen mir unglaublich schwer von den Lippen, weshalb ich meinen Mund nicht in jeder Situation aufbekomme. Schon mehrfach habe ich mitgebrachte Beutel/Behälter unverrichteter Dinge nach Hause getragen, weil ich mich nicht zu fragen getraut habe, ob die Möglichkeit besteht, vom üblichen Einweg-Weg abzuweichen.

Wahrscheinlich hätte ich es niemals geschafft nachzufragen, wenn ich nicht in einer vorherigen Situation Menschen beobachtet hätte, die an eben jenem Wochenmarktstand oder der Bäckerei meiner Wahl ihre Beutel oder Dosen gezückt haben. So konnte ich mir sicher sein: Hier kann ich nachfragen. Das sollte nicht allzu peinlich werden.

So richtig weh tut’s auch nur beim ersten Mal. Trotzdem kostet es mich jedes Mal Überwindung. Doch genau das ist eine tolle Übung, da ich leider die Neigung habe, dort zu schweigen, wo ich lieber sprechen würde. Verpackungsfreies Einkaufen ist für mich dann wohl therapeutisches Einkaufen. Ich bin guter Hoffnung, dass es eine reine Gewohnheitssache ist und das momentan noch ungewohnte Einkaufsverhalten für mich irgendwann zur Normalität wird.

Verpackungsfrei einkaufen

Unterschätze niemals deine Vorbildfunktion!

Reden, Schreiben, Singen – nichts ist so effektiv im Vergleich zum Vorleben, um Menschen zum Nach- oder sogar Umdenken anzuregen. Unterschätze niemals deine Vorbildfunktion! Einfach weil du ein bestimmtes Verhalten an den Tag legst und von jemandem dabei bewusst oder unbewusst beobachtet wirst, kannst du einen Schmetterlingseffekt an Veränderung auslösen.

Achte also auf das, was du sagst, aber noch mehr auf das, was du tust.

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Frau Lyoner