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Mit der Prime Directive zu einem positiven Menschenbild im Alltag

Was ist das bloß für ein Idiot?! - Verbunden mit Gefühlen von Ärger habe ich mir diese Frage leider schon häufiger gestellt. Seit längerer Zeit versuche ich konsequent, wenn auch nicht immer ganz so erfolgreich, solche verurteilenden Gedanken zu vermeiden. Warum? Weil es schlicht und ergreifend nichts bringt, außer Ärger bei mir selbst zu verursachen.

Kennst du solche Gedanken auch? Wie geht es dir damit? Wenn du möchtest, gebe ich dir im Folgenden einige Gedankenanstöße, um deine Mitmenschen hoffentlich weniger verurteilend zu betrachten und dadurch ärgerliche Gefühle bei dir selbst zu mindern.

Die Prime Directive im Alltag

Wer im agilen Umfeld arbeitet, was v. a. in der IT-Branche häufig der Fall ist, wird die von Norman Kerth geprägte Prime Directive sicherlich kennen. Sie wird gerne als Basis genommen, um Probleme bei der täglichen Arbeit lösungsorientiert besprechen zu können, statt eine Hexenjagd zu entfachen.
Unabhängig davon, was wir entdecken, verstehen und glauben wir aufrichtig, dass in der gegebenen Situation, mit dem verfügbaren Wissen und Ressourcen und unseren individuellen Fähigkeiten, jeder sein Bestes getan hat.
Ich bin der Meinung, die Prime Directive ist eine unglaublich wertvolle Orientierungshilfe im Alltag, unabhängig vom beruflichen Hintergrund, und sollte in die ganze Welt hinausgetragen werden - mit diesem Artikel versuche ich dazu beizutragen.

 Nachfragen statt Urteilen

Vermuten ist nicht Wissen

Wir sehen immer nur gewisse Momentaufnahmen unserer Mitmenschen. Das gilt insbesondere bei fremden Menschen und flüchtigen Bekanntschaften. Aber auch bei Menschen, die uns sehr nahe stehen, mit denen wir täglich eng zusammen arbeiten oder vielleicht sogar zusammen wohnen, haben wir niemals den kompletten Einblick in Stimmungen, Meinungen, Motive oder Hintergründe.

Wir können bloß Vermutungen anstellen, aber nie hundertprozentig sicher sein, wieso jemand tut, was er tut, oder wie seine Äußerungen wirklich gemeint sind.

Nachfragen statt Urteilen

Spürst du Ärger in dir aufsteigen, beispielsweise aufgrund einer Äußerung oder Geste einer Person? Du kannst deinem Ärger den Weg ebnen, indem du deine eigenen wilden Interpretationen so lange durchspielst, bis du schlussendlich davon überzeugt bist: Das ist echt ein Idiot!

Oder du sprichst denjenigen einfach darauf an. Eigentlich ganz simpel, oder?

Durch zeitnahes Nachfragen lassen sich kleine Ärgernisse und potentielle Missverständnisse schnell aus dem Weg räumen. Sonst kann es leicht passieren, dass sich Kleinigkeiten mit der Zeit zu einem monströsen Konflikt anstauen. Nachzufragen birgt das Potential etwas Neues über die befragte Person, die Welt oder sich selbst zu lernen. Du kannst zwar durchaus Erkenntnisse erlangen, wenn du einen inneren Monolog führst oder mit einer dritten Person über eben jene Person sprichst, dennoch ist der Dialog mit betreffendem Menschen durch nichts zu ersetzen.

Natürlich fällt es bei manchen Menschen schwerer als bei anderen, in einen Dialog zu treten. Genau hier kommt die Prime Directive ins Spiel. Es ist hilfreich, sich vor Augen zu halten, dass ein Mensch, der sich salopp gesagt vielleicht gerade wie ein Arschloch verhält, zum aktuellen Zeitpunkt mit seinem Hintergrund und dem ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen eben gar nicht anders kann, als so zu (re-)agieren. Mit dieser Haltung fällt es deutlich leichter, denjenigen konstruktiv auf sein Verhalten anzusprechen und im besten Fall (potentielle) Konflikte zu beseitigen. Doch selbst wenn dies nicht gelingt, unterstützt dich diese Haltung zumindest dabei, emotional besser mit aufziehendem Ärger umzugehen. Ist das nicht ziemlich cool?

Der sanfte Blick auf sich selbst

Entscheidungen, die du in Vergangenheit getroffen hast, kannst du nicht mehr rückgängig machen. Wie du in der Vergangenheit agiert und reagiert hast, kannst du nicht mehr ändern. Da bringt alles Ärgern und Bedauern nichts.

Es ist sinnlos, dich für Entscheidungen runterzumachen, die du in der Vergangenheit getroffen hast. Selbst wenn du heute anders handeln könntest und würdest, zum damaligen Zeitpunkt hattest du eben nicht den Wissensstand und die Fähigkeiten von heute.

Vergiss nicht, die Prime Directive auch bei dir selbst anzuwenden!

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Anonym hat gesagt…
Liebe Aljona,
danke für den klugen Artikel! Dass auch "schlechte" Entscheidungen oft gute Gründe haben, wenn sie getroffen werden, vergessen wir im Alltag viel zu oft.
Einen schönen Sonntag!
Sonja

Hi, ich bin Aljona alias Frau Lyoner. In diesem Blog berichte ich von meinen Strategien und Erfahrungen im Kampf gegen Gedankenchaos und Unordnung auf meinem Weg zu einem minimalistischen Leben.