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Einfach mal den Stecker ziehen

Ich geh jetzt off - Kennt noch jemand diesen Klassiker aus den altertümlichen Zeiten von ICQ? Im Zeitalter des Smartphones sagt sowas wahrscheinlich kaum noch jemand.

Ich benutze es doch gar nicht so oft, oder...?

Vor einigen Monaten verspürte ich so ein ungutes Gefühl. Wieviel Zeit verbringe ich wirklich an meinem Smartphone? Ist es tatsächlich so wenig, wie ich glaube? Kurzerhand habe ich mir eine App installiert, um für einige Wochen meine Handynutzung zu überwachen. Über das Ergebnis war ich durchaus etwas erschrocken. Ich kam locker auf zwei bis drei Stunden täglicher Nutzungsdauer. Dabei bin ich keine Person, die permanent am Handy hängt. Es ist so gut wie immer lautlos und liegt meist ungenutzt irgendwo rum. Dennoch treten bei mir lauter kurzweilige Ablenkungen auf, die sich über den Tag verteilt aufsummieren:
  • Ich google das mal schnell.
  • Nur mal kurz Instagram/Twitter checken.
  • Wie wird das Wetter morgen?
  • Wie spät ist es denn? Oh, eine neue Nachricht.

Nur mal kurz?

Ich bin tatsächlich so alt, ich kenne noch elendig lahme Computer und 56k Modems. Und heute? Dauerhafte Erreichbarkeit, Daten- und Telefonflatrate, kein Grund sich Gedanken über Kosten zu machen oder (bewusst) abzuwägen, ob man - was auch immer - nun wirklich nachschauen möchte. Es gibt einfach keine Hürde mehr. Das ist Fluch und Segen zugleich.

Zugegeben, wie intensiv man sein Handy nutzt und ob man wirklich dauerhaft erreichbar sein muss/möchte, liegt in der eigenen Verantwortung. Trotzdem finde ich es enorm schwierig, mich in der Hinsicht unter Kontrolle zu halten. Zu groß ist die Verführung, nur mal kurz dieses oder jenes zu tun. Geht ja schnell, also was soll’s.

Offline gehen

Einfach mal den Stecker ziehen!

Zwei Wochen Sommerurlaub liegen nun hinter mir. Diese zwei Wochen im sehr beschaulichen Dörfchen Petten an der Nordsee haben mir die Chance für eine besondere Auszeit gegeben. Zwei Wochen kein WLAN. Eine gute Gelegenheit, das Handy einmal beiseite zu legen. In der ganzen Zeit war ich vier Mal kurz online, um Nachrichten zu verschicken und hatte ansonsten mein Smartphone durchgehend im Flugzeugmodus. Keine dauerhafte Erreichbarkeit, kein Blick in soziale Netzwerke, kein sinnloses Surfen. Nur als Kamera hat es mir gute Dienste geleistet.

Einerseits war diese Zeit richtig erholsam, andererseits auch erschreckend. So habe ich bewusst spüren können, welche (unnötigen) Sachen ich gerne gegoogelt hätte oder wie oft ich doch das Bedürfnis gehabt hätte, meine Nachrichten zu checken. Die (unbewusste) Angst, etwas zu verpassen - das ist schon reichlich bescheuert.

Diese Auszeit hat mir gezeigt: Den Flugzeugmodus will ich nun öfters nutzen. Wieso nicht auch zuhause einfach mal ein Wochenende offline verbringen? Es mag manchmal schwer zu glauben sein, aber die Welt geht tatsächlich nicht unter, bloß weil man länger offline ist - versprochen ;-)

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Hi, ich bin Aljona alias Frau Lyoner. In diesem Blog berichte ich von meinen Strategien und Erfahrungen im Kampf gegen Gedankenchaos und Unordnung auf meinem Weg zu einem minimalistischen Leben.