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Wie du mit einem morbiden Gedankenspiel verborgene Wünsche entdecken kannst

Wir müssen alle sterben. Wir wissen nicht wann, wo oder wie. Aber wir wissen, dass es unweigerlich passieren wird. Wir können es versuchen zu verdrängen, doch das ändert nichts an der Tatsache, dass unser aller Leben nicht ewig währt. Jeder einzelne Tag ist ein Geschenk, keine Selbstverständlichkeit.

Wir alle sind sterblich

Der makabere 5-Jahres-Plan

Vor einer Weile habe ich einen Film gesehen, der mich nachdenklich gestimmt hat. Nicht nur, weil er stellenweise ziemlich kafkaesk war.

Das brandneue Testament
Gott existiert und lebt mit seiner Frau und Tochter in Brüssel. Er ist ein cholerischer Sadist, der über ein Computerprogramm das Schicksal der Menschen manipuliert. Seine Tochter verschafft sich Zugang zum Computer und schickt jedem Erdenbürger eine Nachricht mit seinem persönlichen Sterbedatum. Durch diesen "Deathleak" verändern sich die Menschen. Sie beginnen sich ihre sehnlichsten Wünsche zu erfüllen.

Was würde ich tun?

Die Frage ließ mich nicht los. Was würde ich tun, wenn ich mein persönliches Sterbedatum wüsste? Würde ich vieles in meinem Leben verändern wollen? Was würde ich unbedingt noch erledigen, was noch erleben wollen? Aus diesen Überlegungen heraus ist mein kleines Gedankenspiel entstanden, das ich gerne anwende, um über meine Prioritäten und Ziele nachzudenken:

Was wäre, wenn ich nur noch 5 Jahre zu leben hätte?

Ich bin jetzt 29. Natürlich würde ich mir wünschen 200 Jahre und älter zu werden, aber theoretisch kann es mich selbst in meinem jungen Alter jederzeit treffen. Niemand ist davor gefeit, ernsthaft zu erkranken oder einen Unfall zu erleiden. Meine Gesundheit ist ein zerbrechliches Gut, das ich viel zu oft als selbstverständlich hinnehme.

Mit dieser Fragestellung führe ich mir meine eigene Vergänglichkeit ganz bewusst vor Augen. Natürlich fühle ich mich nicht wohl dabei, über meinen Tod nachzudenken. Aber es hilft mir, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Ich kann mich darauf fokussieren, was mir wirklich wichtig ist:
  • Womit ich zufrieden bin und was ich weiterführen möchte.
  • Wo es hakt und was ich ändern möchte.
  • Was mir wichtig zu erreichen ist, also wo ich gerne hin möchte.

Langfristige Zufriedenheit

Ich habe bewusst einen längeren Zeitraum gewählt, um mir über meine langfristige Vision klar zu werden. Würde ich einen kurzen Zeitraum betrachten - sagen wir mal eine Woche - wäre mein Fokus ein ganz anderer.

So viel Zeit wie möglich mit meinen Liebsten verbringen und zahlreiche aufregende Momente erleben. Dass die Wohnung sauber oder ein wichtiges Projekt bei der Arbeit abgeschlossen ist, wäre völlig bedeutungslos. Wahrscheinlich würde ich so gut wie gar nicht mehr schlafen und nur noch ungesunden Fraß in mich hineinstopfen. Und Alkohol. Ganz. Viel. Alkohol.

Für einen entsprechend kurzen Zeitraum wäre diese hedonistische Lebensweise passend. Aber würde ich das über längere Zeit durchziehen, wäre ich bald ein Wrack.

Würde ich jeden Tag so leben, als ob es mein letzter wäre, würde mein letzter Tag ziemlich bald kommen.

Natürlich will ich auch die Momente erleben, in denen ich berauscht von Euphorie nicht mehr aufhören kann zu grinsen. Aber es geht mir vor allem um eine langfristige Zufriedenheit, statt der permanenten Gier nach größer, höher, weiter - noch freudiger, noch aufregender, noch einmaliger.

Achtsamkeit, Leidenschaft, Liebe

Ich wünsche mir, aus tiefster Überzeugung sagen zu können:
Ich bin zufrieden mit meinem Leben.
Dabei geht es nicht darum, dass alles perfekt ist. Das geht gar nicht. Fehler, Schicksalsschläge, Leid - das alles passiert eben auch. Das Schlechte gehört zum Leben genauso dazu wie das Gute.

Ich will den Sand der Zeit ganz bewusst spüren, während er mir durch die Finger rinnt

Aber all die schönen Momente, all die kleinen Kostbarkeiten, die will ich mit ganzem Herzen genießen. Nicht einfach unachtsam verstreichen lassen.

Egal, was ich mache, ich will es mit Leidenschaft und Überzeugung machen

Auf keinen Fall möchte ich am Ende meines Lebens von Reue erfüllt sein. Ich will nicht feststellen müssen, dass ich meine Wünsche und Ziele nicht verwirklicht habe, weil ich mir selbst im Weg stand oder weil ich es immer wieder auf später verschoben habe.
Genauso wenig möchte ich bereuen, meine Zeit in etwas investiert zu haben, das mir eigentlich zuwider war.

Ich will ein Vermächtnis der Liebe hinterlassen

Selbst wenn ich eines Tages nicht mehr da bin, um es ihnen sagen zu können, will ich, dass die Menschen, die mir wichtig sind, wissen, dass ich sie geliebt habe. Ich wünsche mir, dass sie sich in Liebe an mich zurückerinnern können.

Vergänglichkeit als Kompass

Indem ich mich meiner eigenen Vergänglichkeit stelle und mir eingestehe, dass ich eben nicht ewig Zeit habe, können meine innersten (teilweise verborgenen) Wünsche, Ziele und Prioritäten zutage treten. Dementsprechend kann ich meinen Fokus für mein alltägliches Leben ausrichten.

Zu makaber?

Wie ist deine Meinung zu diesem Gedankenspiel? Ist es dir zu makaber? Oder machst du das in ähnlicher Form schon selbst oder kannst es dir zumindest vorstellen?
  • Das kann in Form einer ausschweifenden Mind-Map sein
  • Oder als Bucket List
  • Oder auch einfach nur in Gedanken

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Hi, ich bin Aljona alias Frau Lyoner. In diesem Blog berichte ich von meinen Strategien und Erfahrungen im Kampf gegen Gedankenchaos und Unordnung auf meinem Weg zu einem minimalistischen Leben.